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Hier finden Sie in großer Auswahl verschiedene klassische Petroleumlampen, wie Petromax 829 und Geniol 150 , Aladdin 23 , Butterfly 826 , Coleman , Santrax , Tilley , Vapalux/Bialaddin, Stelton, Sørensen, Delite, Feuerhand, Chalwyn, Dietz und weitere Lampen, Kocher, Öfen sowie hunderte Ersatzteile.

Für diejenigen, die sich über Petroleumlampen und verwandte Gebiete informieren möchten, haben wir einige Informationen zu Petroleumlampen zusammengestellt:



Allgemeine Infos:

Petroleum
Lichtstärken
Dochtlampen für den Wohnbereich
Stallaternen / Feuerhand & Co
Starklichtlampen / Petromax & Co.


Zusammenfassende Literatur:

Die Petroleumlampe und ihre Bestandteile" Buch von 1896
"Entwicklung der Beleuchtungstechnik" Text von 1902
Auszug aus dem "Handbuch der Lichttechnik" von 1938
Artikel aus der "Gartenlaube" über die Berliner Lampenindustrie von 1892
"Über Beleuchtung mit Petroleum" Dissertation von 1898
Artikel über Beleuchtung und Heizung von 1903
Brockhausartikel über "Petroleumlampen" von 1903
Artikel über die modernen Beleuchtungsmethoden von 1911
Artikel "Über Petroleumlampen und Feueranmachen" von 1917

Bitte beachten Sie auch weitere Quellen auf unserer Seite napoleum.de


Petromax / Ehrich & Graetz:

Max Graetz, der Erfinder der Petromax
Max Graetz Biographie von 1940
Bedienungsanleitung Petromax
Zeichnung Petromax

Ehrich & Graetz Werbung aus der Kaiserzeit
Petromax Katalog von 1930
Petromax Katalog von 1931
Petromax Katalog von 1934
Petromax Katalog von 1939
Ehrich & Graetz Dochtgeräte Katalog von 1931
Petromax, AIDA, Graetzwerbung aus den 50-er/60-ern
Petromaxflugblatt von 1955
Petroman Laterne aus den 1950-ern
Petromax 93 Kocher aus den 1950-ern
Werbung für eine Petromax 816 von 1959


Sonstige Starklichtlampen:

Prospekt, 24 Ditmar Maxim Hängelampen und Laternen von 1938
Prospekt, 4 Ditmar Maxim Hängelampen und Laternen von 1938
Illustrierte Ersatzteilliste zu Ditmar Maxim Lampen. Von 1934
Gebrauchsanweisung Ditmar Maxim
Petroleumstarklichtlampe Tilley
Bedienungsanleitung Tilley X246B


Glühlicht:

Aufsatz über Auer-Glühstrümpfe von 1922
Größen von Glühstrümpfen für stehendes Glühlicht von 1910
Magnesiaringe und Mundstücke für Glühlicht, Übersicht historischer Formen von 1910
AIDA Gasgeräteprospekt von 1934
Alte Werbung für Glühstrümpfe und andere Gerätschaften


Petroleumglühlicht:

Petroleumglühlampe Aladdin
Bedienungsanleitung Aladdin
Petroleumglühlicht Eugeos von Ehrich & Graetz
Petroleumglühlicht Esso von Ehrich & Graetz


Spiritusglühlicht:

Brockhausartikel über "Spiritusglühlampen" von 1904
Frühform eines Spiritusglühlichtbrenners von F.H. Aschner
Testbericht über verschiedene Spirituslampen von 1907
Hasag Spezialpreisliste für Spiritusgeräte von 1910
Technischer Vortrag über Spiritusgeräte von 1912


Kocher und Öfen:

Kleine Broschüre über den Spiritusreisekocher "Amor" der HASAG
Händlerbroschüre von Gustaf Barthel, Dresden, zum Petroleum-Gaskocher "Juwel" von 1938
Broschüre von Gustaf Barthel, Dresden, zum Spirituskocher "Norma" von 1935
Spirituskocher Bengalia von Jacob Hirschhorn
Werbeklischees für Geräte der Fa. Haller von 1929
Katalog für Haller Öfen von 1929
Werbung für den Petroleumkocher Ditmar Demon von 1938
Werbung für den Petroleumofen Ditmar Demon von 1900-1925
Gebrauchsanweisung Ditmar Demon


Diverses:

Auszug aus Ditmar Dochtgeräte-Katalog von 1917
Ehrich & Graetz Dochtgeräte Katalog von 1931
Auszug aus Wiener Lötlampenkatalog Phoebus, Mir
Auszug aus einem Haushaltswarenkatalog von ca. 1910
Artikel über Öldampf-Starklichtlampen "Lucigen" und "Doty" von 1922
Max Breidensteins Firmengeschichte Jacob Hirschhorn von 2011


Sammelbilder:

Entwickelung der Beleuchtungs Arten Liebigs Sammelbilder von 1899
"L'Histoire de l'éclairage", französische Bildchenserie zur Geschichte der Beleuchtung
"300 Jahre Straßenbeleuchtung in Berlin", Briefmarkenserie von 1979.
 
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Petroleum

Die Verwendung des Begriffs "Petroleum" ist im deutschen Sprachraum mehrdeutig. Ursprünglich wird "Petroleum" (wie im angelsächsischen Sprachraum 'petrol') überwiegend als Sammelbegriff benutzt und bedeutet dann schlicht Erdöl.
Im heutigen Sprachgebrauch wird unter Petroleum jedoch eher ein bestimmtes Destillationsprodukt bei der Erdölfraktionierung verstanden. Erdöl (auch Naphta oder Steinöl) ist ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen, die nach ihren Siedepunkten unterschieden werden*:
 
Siedepunkt [C] Bezeichnung
40-70° Petroläther 
70-120° Leichtbenzin
120-140° Ligroin 
140-180° Schwerbenzin
180-250° Petroleum
250-350° Gasöl
> 350° Schmieröl
 
Für "Petroleum" im obigen Sinne werden häufig auch andere, teilweise eher verwendungsorientierte Begriffe wie "Lampenöl", "Leuchtöl", "Kerosin", "Paraffinöl", oder gar "Oleum petrae album" benutzt.

Wichtig für die Verwendung in Petroleumlampen ist jedoch folgendes:

  • Das Petroleum muß "rein" sein, d.h. es darf keine tiefer siedenden Bestandteile enthalten. Der Hinweis auf Petroleum der Klasse A III geht zurück auf die deutsche "Verordnung für brennbare Flüssigkeiten" (VbF). Ein Brennstoff entspricht der Gefahrklasse A III, wenn der Flammpunkt (nicht zu verwechseln mit dem Siedepunkt) zwischen 55° und 100°C liegt. Die Gefahrenklassen A I, A II und B bedeuten allesamt eine Entzündbarkeit bereits unter 55°C, Brennstoffe dieser Klassen dürfen auf keinen Fall für Petroleumlampen benutzt werden. Handelsware in Europa und Nordamerika (franz. "pétrole", engl. "kerosene" , "kerosine" bzw. "paraffin") entspricht in der Regel den Anforderungen an Reinheit, in entlegenen Gebieten sollte man jedoch diesbezüglich etwas vorsichtig sein. Diesel (Gasöl) siedet höher als Petroleum und kann deshalb im Notfall -ohne Explosionsgefahr heraufzubeschwören- benutzt werden, allerdings ist mit stärkerer Rußentwicklung zu rechnen.
  • Das Petroleum sollte "gereinigt" sein. Petroleum besteht aus Kohlenwasserstoffen mit 12-17 Kohlenstoffatomen, die jedoch unterschiedlich angeordnet sind und als Alkane (Paraffine) sowie Zykloalkane (Naphtene) und Alkylbenzole auftreten. Die Alkylbenzole sind aromatische Verbindungen, je geringer deren Anteil im Petroleum, umso geringer ist die Geruchs-, Ruß- und Schadstoffentwicklung und umso geeigneter ist das Petroleum für die Verwendung in Petroleumlampen. Besteht einfaches Petroleum zu bis zu 18% aus Aromaten, so enthält gereinigtes Petroleum nur noch unter 0,1% Aromaten. Gereinigtes Petroleum ist außer aromaten- auch schwefelarm. Durch Abwesenheit der Aromaten rechtfertigt sich der Begriff "Paraffinöl".
  • Vorsicht bei sogenanntem "Duftpetroleum". Vielfach werden dem Duftpetroleum nur deshalb Duftstoffe zugesetzt, um den zu hohen Aromatengehalt zu übertünchen. Gutes Petroleum verbrennt fast geruchlos. Wurde eine Dochtlampe auch nur einmal mit Duftpetroleum betrieben, muß man den Docht komplett auswechseln, um den 'Duft' später wieder loszuwerden.
  • Grundsätzlich spricht nichts gegen die Verwendung biologischer Öle aus nachwachsenden Rohstoffen, wenn die chemischen Eigenschaften in Flamm- und Siedepunkt dem reinen Petroleum entsprechen. In der Regel sind die angebotenen Lampenöle aus Rapsöl jedoch zähflüssiger als mineralische Lampenöle, somit für Dochtlampen nur bedingt und für Petroleumglühlampen überhaupt nicht geeignet.
*) Gelegentlich werden auch etwas abweichende Definitionen als oben genannt:
 
Siedepunkt [C] Bezeichnung
40-70° Petroläther 
70-100° Leichtbenzin
100-120° Autobenzin
120-150° Ligroin 
150-250° Petroleum
250-300° Dieselöl
300-350° Schmieröl
> 360° Paraffin**

**) Grundsätzlich sind alle Alkane (geradkettige, gesättigte Kohlenwasserstoffe) unabhängig von ihren Siedepunkten und Viskositäten Paraffine. Eingebürgert hat sich jedoch der Begriff "Paraffin" in der deutschen Sprache -wegen der Verwendung der Paraffinwachse im Kerzenwachs- für die festen Alkane mit einer Kettenlänge > 25 C-Atomen.
 
Solaröl ...
...ist ein noch gelegentlich anzutreffender Begriff, den der Brockhaus 1901 so erklärt:

"SOLARÖL, deutsches Petroleum, ein Mineral (s.d.), das bei der Destillation von Teer aus Braunkohle, Torf, Blätterschiefer, Bogheadkohle, u. dgl. neben Paraffin (s.d.) und Photogen oder Hydrocarbür (s.d.) gewonnen wird. Es unterscheidet sich von dem leichtern und dünnflüssigen Photogen durch seine dickere Konsistenz, die der des Rüböls wenig nachgiebt. Sein spec. Gewicht ist 0,825 bis 0,830. Sein Siedepunkt liegt zwischen 160 und 196°C. Man benutzt es hauptsächlich gemischt mit pennsylvan. Petroleum zur Beleuchtung, bei größerm Paraffingehalt auch zur Schmiere von Maschinenteilen (z.B. der Spindeln von Spinnmaschinen). Deutschland erzeugt jährlich etwa 150.000 dz S., die Gewinnung wird jedoch durch die verstärkte Einführung des Petroleums mehr und mehr beeinträchtigt."

Hydrocarbür ist laut Brockhaus von 1901 übrigens der allgemeine Begriff für den von den sächsisch-thüringischen Paraffinfabriken eingeführten -damaligen- Handelsnamen "Photogen". Photogen hat eine Dichte von 0,795 bis 0,805 und siedet zwischen 100 und 300°C (so steht es im Brockhaus). Zitat Brockhaus: "Photogen ist dem besten Petroleum gleichzusetzen".


 
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Lichtstärken der Petroleumlampen

  Brennermaß [Ligne] Dochtmaß [mm] Kerzen (geschätzt)
Haushaltskerze - - 1 HK
Flachbrenner  5''' 12  4 HK
Flachbrenner 1'' (inch)  25 6 HK
Kosmos-Brenner 6''' 35 4 HK
Kosmos-Brenner 8''' 42 6,5 HK
Kosmos-Brenner 10''' 50 11 HK
Kosmos-Brenner 14'''  62 13 HK
Matador-Brenner 15''' 62 17 HK
Ideal-Brenner 20''' 88 30 HK
Feuerhand Nr.276 5''' 12 4 HK
Chalwyn Pilot 1'' (inch) 23 6 HK
Aladdin Nr.23 - - 40 - 60 HK
Geniol 150 - - 150 HK
Petromax 500 - - 500 HK
 
Früher wurde die Leuchtkraft von Petroleumlampen in "Kerzen" angegeben. Diese Größe geht zurück auf die deutsche Normalkerze, der "Lichteinheit für Lichtstärken von Beleuchtungskörpern". Die Leuchtkraft der Normalkerzen wurde mit Hilfe einer bestimmten Apparatur -der Hefner-Alteneckschen Amylacetatlampe- bestimmt und auch als HE (Hefnereinheit) bzw. HK (Hefnerkerze) bezeichnet. Die Apparatur wurde von vornherein so konstruiert, daß ein HK tatsächlich in etwa der Lichstärke einer Wachs-, Stearin- oder Paraffinkerze entspricht. Daher ist HK ein schönes Maß, das jedem eine Vorstellung ermöglicht. Siehe dazu auch die Beschreibung des Bunsen'schen Fettfleckphotometers

In anderen Ländern wurden andere Apparaturen zur Normung der Lichtstärke benutzt, aber man orientierte sich auch dort in etwa an der Lichtstärke einfacher Kerzen. Im angelsächsischen Raum war die Lichteinheit eine "Candle Power" (CP). 1 HK entspricht also ungefähr 1 CP.

Schon früh genügten diese Definitionen der Lichtstärke jedoch nicht mehr den Anforderungen moderner Physik und man einigte sich auf die internationale Einheit Candela (cd). 1 cd entspricht aber ebenfalls in etwa der Lichtstärke einer einfachen Haushaltskerze. Das Alter der Petroleumlampen bedingt, daß diese moderne Einheit eigentlich nie für diese Lampen benutzt wurde.

Es besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Lichtstärke, also der Helligkeit einer Lampe und ihrer (Wärme)Leistung in Watt. So wird beispielsweise die Helligkeit einer 500 HK hellen Petromax häufig mit 400 Watt angegeben. Die Lampe leistet aber tatsächlich fast 1500 Watt. Manche Händler und Hersteller haben sich jedoch angewöhnt, die Lichtstärke einer Petroleumlampe mit der Helligkeit einer elektrischen Glühbirne einer bestimmten Leistung zu vergleichen. Auf unsere handelsüblichen Glühbirnen bezogen, kann man bei dieser "Rechnung" etwa von folgender Beziehung ausgehen: 1 Watt=1,3 HK oder 1 HK= 0,77 Watt.


Mit der Wirtschaftlickeit der Erzeugung des Lichts unterschiedlicher Stärke befaßte man sich auch früher schon sehr intensiv. Aus dem Jahr 1914 stammt folgende Betrachtung.

 
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Dochtlampen

Petroleumlampen mit Docht


Das Prinzip, brennbare Flüssigkeiten über einen Docht zu verbrennen und damit Licht zu erzeugen, ist seit Urzeiten bekannt. Die Zähflüssigkeit von Pflanzenölen und tierischen Fetten erschwerte jedoch jahrhundertelang wirklich zufriedenstellende technische Lösungen, die selten die Helligkeit einer Kerze überstiegen.

Mit der Entdeckung der mineralischen Öle, also des Petroleums, Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gebiet der Beleuchtungstechnik jedoch ein gewaltiger technischer Fortschritt erreicht, der alle weiteren Entwicklungen des Industriezeitalters erst ermöglichte.

Petroleum hat einen hohen Energiegehalt und es ist dünnflüssig. Die kapillaren Eigenschaften eines Dochtes können das Petroleum in einer Lampe 20-25 cm nach oben saugen. Dort kann es in gasförmigen Zustand übergehen und mit mehr oder minder großer Flamme gleichmäßig verbrennen. Zum Schutz der Flamme dient ein Glaszylinder, der gleichzeitig durch Luftzug die Sauerstoffversorgung der Flamme optimiert. Die Regulierung des Dochtes und damit der Helligkeit erfolgt über ein Stellrad.

Flachbrenner
Kosmosbrenner

Idealbrenner

Flachbrenner

Kosmosbrenner

Brandscheibenbrenner

In der einfachsten Form werden solche Lampen Flachbrenner genannt, weil der Docht flach aus dem Tank schaut. Da viele dieser Brenner von der Firma Ditmar in Wien hergestellt wurden, hat sich für diese Brenner auch der Begiff "Wiener Brenner" eingebürgert.

Eine wesentlich bessere Lichtausbeute ließ sich jedoch mit breiteren, im Brenner durch das "Brandrohr" kreisförmig geformten Dochten erzielen. Der berühmteste Vertreter dieser Rundbrenner (auch Argandbrenner genannt) ist der "Kosmosbrenner". Kosmosbrenner hatten im Europa des späten 19. Jahrhunderts mit Abstand die größte Verbreitung, sie wurden zig-millionenfach hergestellt und haben in Deutschland in keinem Haushalt gefehlt.

Die Lichtausbeute der Rundbrenner wurde weiter etwas gesteigert, indem oberhalb der Flamme eine flache Scheibe (Brandscheibe) angebracht wurde, die die Flamme dazu zwingt, sich etwas in die Breite auszudehnen. Diese Brandscheibenbrenner wurden unter hunderten verschiedenen Markennamen wie z.B. Matador-Brenner, Royal-Brenner, Odin-Brenner oder Ideal-Brenner angeboten. "Matadorbrenner" hieß einer der Brandscheibenbrenner der Firma Ehrich & Graetz. Dieser Brenner wurde so erfolgreich verkauft, daß sich der Begriff zum Synonym für Brandscheibenbrenner überhaupt entwickelt hat.

Petroleumglühlichter, wie z.B. die Aladdinlampe stellen eine besondere Form der Rundbrenner dar.

Für die alten Brenner hat sich eine Maßeinheit erhalten, die etwas eigenartig anmutet. Brenner und Zylinder werden in "linig" angegeben (symbolisiert durch drei Hochstriche). Das Maß "Linie" oder besser "Ligne" war bereits Ende des 19.Jahrhunderts veraltet und ist vom französischen Fuß abgeleitet (auch "alter Pariser Fuß" oder "Pied de Roi" genannt): 1 Fuß (') = 12 Zoll ('') = 144 Linien (''') = 32,484 cm. Eine Linie entsprach demnach etwa 2,25 mm. Bei Rundbrennern bezeichnete die Größe "Ligne" die halbe Breite des erforderlichen Dochtes, bei Flachbrennern die ganze Breite. Von diesem ursprünglichen Konzept wurde seitens der Hersteller der Lampenbrenner jedoch häufig abgewichen, so daß man diese Maßeinheit für den Docht heute nicht mehr unmittelbar ins metrische System übersetzen kann.
Geblieben ist aber der Begriff "linig" als Klassifizierungshilfe. Inbesondere bei Kosmosbrennern und bei den meisten Brandscheibenbrennern besteht nämlich ein Zusammenhang zwischen der Dochtbreite, dem Zylinderdurchmesser, dem Durchmesser des Brennergewindes, Lampenschirms oder der Lampenkugel. Die gängigsten Rundbrenner waren die 10- und die 14-linigen Kosmosbrenner. Wenn man einen als 10-linig bezeichneten Kosmosbrenner hat, paßt dazu ein 10-liniges Glas, ein 10-liniger Tank, ein 10-liniger Schirmreifen, etc.:


Bei Dochten und Glaszylindern sind Toleranzen von +/- 1 mm üblich und bei Schirmen und Kugeln können noch etwas größere Toleranzen auftreten. Diese Abweichungen sind jedoch ohne praktische Bedeutung, da die aufnehmenden Bauteile konstruktiv auf solche Toleranzen vorbereitet sind. Die Gewindegrößen der Brenner und damit der Tanks wurden und werden jedoch von allen Rundbrennerherstellern exakt eingehalten.

Bei den Wiener Flachbrennern findet man am häufigsten Lampen mit 5-linigem und 11-linigem Docht. Flachbrenner haben aber leider oft andere Brennergewinde als die Rundbrenner, so daß sie nicht in die gängigen Tanks passen:


Bei angelsächsichen Flachbrennern, wie der Duplexlampe wird die Dochtbreite in Zoll (1 inch = 2,54 cm) angegeben.



Wiener Zylinder
Kosmos Zylinder
Matador Zylinder

Wiener Zylinder

Kosmos Zylinder

Matador Zylinder

Für Flachbrenner im Wohnbereich findet man am häufigsten Glaszylinder der Wiener- oder Rochester-Form. Kosmos-Brenner werden mit Kosmos-Glaszylindern ausgestattet. Die Einschnürung dieser auch Kniffzylinder genannten Gläser ist wichtig und dient einer intensiveren Luftzuführung direkt an der Flammspitze. Die Brenner mit Brandscheibe haben wegen der breiteren Flamme einen etwas bauchigen Zylinder, den Matador -Zylinder.

Alle diese Zylinderform stammen noch aus den Anfangszeiten der Petroleumlampen. Sie verdanken ihr Aussehen nicht ästhetischen sondern technischen Überlegungen und Notwendigkeiten. Man sollte also unbedingt immer auf die richtige Zylinderform achten.

Neben den klassischen europäischen Brennern und Zylindern gibt es vor allem im preiswerten Segment gelegentlich gänzlich neue Brenner- und Zylinderformen, deren Form aber eher der Phantasie und dem Zwang zur preiswerten Herstellung entspringt, als dem Streben nach optimierter Lichtausbeute. Auf diese Brenner soll hier nicht näher eingegangen werden.

Eine völlig eigenständige Spielart der Petroleumlampen sind neben den hier beschriebenen Lampen für den Wohnbereich, die sogenannten Sturm- oder Stallaternen wie z.B. die Feuerhand Laterne.

Hier noch einige Tips für den Umgang mit Dochtpetroleumlampen:

  • Immer auf einen sicheren Stand der Lampe achten.
  • Brennende Petroleumlampen niemals unbeaufsichtigt lassen, stellen Sie die Lampe unerreichbar für Kinder auf.
  • Niemals brennende Lampen auffüllen.
  • Entfernen Sie den Lampenzylinder vorsichtig und schrauben Sie den Brenner vorsichtig ab, ohne das Stellrad als Hebel zu benutzen.
  • Benutzen Sie nur gutes Petroleum und machen Sie den Tank nicht restlos voll (etwa 3/4).
  • Lassen Sie den Docht nur ein wenig über den Brennerrand hinausstehen, achten Sie darauf, daß er nicht schräg aus dem Brenner schaut und daß er nicht ausgefranst ist, Docht ggfs. mit einer Schere gerade schneiden.
  • Lassen Sie einem neuen Docht etwa 30 Minuten Zeit sich vollzusaugen.
  • Nach dem Anzünden den Zylinder vorsichtig aufsetzen, damit er an den Rändern nicht ausbricht.
  • Lassen Sie dem Brenner nach Anzünden der Lampe erst etwas Zeit sich zu erwärmen und stellen Sie die Flamme erst nach einigen Minuten auf maximale Helligkeit.
  • Der Docht sollte so eingestellt werden, daß die Flamme nicht rußt.
  • Zum Auslöschen der Lampe, die Flamme klein drehen und kräftig von oben in den Zylinder pusten.
  • Die Lampe nicht wieder anzünden, bevor der Zylinder sich nicht abgekühlt hat.
  • Verschmutzte Zylinder reinigen Sie am Besten mit warmem Spülwasser.
  • Vor längerer Nichtbenutzung den Tank auffüllen, das schont den Docht.

 
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Die "Feuerhand" Sturmlaterne, eine lebende Legende



Seit der Firmengründung im Jahre 1902 im sächsischen Beierfeld produziert die Fa. Herrmann Nier Petroleumlaternen. Die Firma fiel schon früh durch einen ausgeprägten Hang zu Innovationen im Bereich der Fertigung und der Verarbeitungsdetails auf. Das erste bekannte Patent stammt aus dem Jahr 1902, das zweite aus dem Jahr 1906, viele weitere folgten.

Feuerhand
Faksimile aus der Patentschrift von 1906:
Gruppe 42. Nr. 194290 vom 25.September1906
Herrmann Nier in Beierfeld i.S.
Hebevorrichtung für das Schutzglas von Sturmlaternen, bei der Kröpfungen oder Ausbiegungen die Feststellung der Schutzglocke sichern.

1. Hebevorrichtung für das Schutzglas von Sturmlaternen, bei der Kröpfungen oder Ausbiegungen die Feststellung der Schutzglocke sichern, dadurch gekennzeichnet, daß die wie üblich an dem Blaker befestigte Hebevorrichtung als eine bügelförmige Kulisse (c) ausgeführt ist, deren eine Seite eine gerade Führungsstange bildet, während die andere Seite eine Ausbiegung (c1) hat, welche beim seitlichen Drehen der Kulisse um eine auf dem Luftrohr befestigte Platte (e) greift.

1914 wurde der Markenname "Feuerhand" für die Fa. Herrmann Nier urheberrechtlich geschützt. Der Name "Feuerhand" wurde nicht etwa gewählt, weil eine Petroleumlaterne ja zwangsläufig etwas mit Feuer zu tun hat, sondern weil das Blech der Laterne feuerverzinnt wurde. Eine damals offensichtlich bemerkenswerte Veredelung.

Die Sturmlaterne wurde über die Jahre in den verschiedensten Ausführungen hergestellt. Die kleinste maß nur etwa 15 cm Höhe (Feuerhand Nr.75 "Atom") und war als Fahrradlaterne konzipiert, die größeren Modelle brachten es auf über 42 cm (Feuerhand Nr. 201).

Feuerhand
Werbung von 1926

Einige hatten eine eigens erfundene Sturmkappe und Ihre Sturmfestigkeit wurde von staatlichen Stellen attestiert. Repräsentanten dieser Bauart sind die heute noch bekannten gelben Baustellenlaternen, die zusätzlich über einen besonders großen Tank verfügten. Es gab unterschiedliche, hochwertige Gläser in unterschiedlichen Farben für die verschiedensten Verwendungszwecke, v.a. als Signallaternen.

Zwei verschiedene Funktionsprizipien wurden in unterschiedlichem Modellen realisiert:

Kaltluftlaternen (Cold Blast) Mischluftlaternen (Hot Blast)
Cold Blast Hot Blast
Bei diesen Laternen wird der erforderliche Sauerstoff durch das Röhrensystem der Laterne leicht angewärmt von oben und seitlich zugeführt. Diese Technik führt zu einer sehr hellen Flamme und sehr hohen Verbrennungstemperaturen, die für die vollständige Verbrennung aller Inhaltsstoffe des Petroleums nützlich sind. Bei diesem Laternentyp werden die Abgase der Lampe durch das Röhrensystem erneut nach unten zur Flamme geführt. Das Resultat ist ein wärmeres Licht bei deutlich geringerem Petroleumverbrauch und bei Verwendung minderwertigen Petroleums eine geringere Schadstoffemission.
Feuerhand Nr.75, 175, 176, 225, 235, 252, 260, 262, 270, 275, 276, 277, 280, 375 Feuerhand Nr. 201, 202, 223, 257, 303, 305, 323, 327, 351, 403, 423, 427, 452

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Fa. Herrmann Nier nach Hohenlockstedt bei Hamburg. Ein Modell, die Feuerhand Nr. +276+ "Baby Spezial" -erstmals gebaut 1953-, wird als einzige heute noch hergestellt und dabei werden in einzelne Länder Stückzahlen exportiert, die in die Hunderttausende gehen.


Informationen aus:
"Feuerhand Sturmlaternen".Light International, Vol.3, No.1, 2000, pp 3-5
Diese englischsprachige Arbeit sei allen wärmstens empfohlen, die sich näher mit dem Thema Sturmlaternen befassen wollen.
Kontakt: Dr. phil. Detlef Bunk · D-45149 Essen · Norderneyweg 5 · ddb@bunk-online.de

Die beiden Fotos stammen aus:
"Leuchtende Vergangenheit" von Dr. Werner Touché, Ausstellungskatalog Hamaland Museum Vreden, 1999, 172 S., ISBN 3-927851-50-7
Die aktuell umfassendste deutschsprachige Arbeit zum Thema Petroleumlampen, großer redaktioneller Teil, viele Fotos.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der genannten Autoren.



 
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Petroleumglühlampen / Petromax / Geniol

Auer von Welsbach erfand im Jahr 1885 das Prinzip des Gasglühlichts. In der Flamme eines Bunsenbrenners brachte er einen Gewebekörper zum Leuchten, dessen Lichtstärke 6 mal höher lag, als die einfache Flamme des Bunsenbrenners. Das Leuchten wurde durch einen über der Flamme aufgehängten Glühkörper erzielt, dabei diente der Brenner nur als Heizquelle. Aufgrund seiner Form bürgerte sich der Name Glühstrumpf  für den Glühkörper ein. Der Glühstrumpf bestand aus einem Baumwollgewebe, das mit Thorium- und Cernitrat getränkt war. Bei erstmaliger Benutzung des Glühstrumpfs verbrennt das Baumwollgewebe und ein gesintertes Skelett von Thorium- und Ceroxiden bleibt zurück. Diese Oxide entwickeln bei entsprechender Erwärmung das kräftige Leuchten. Das gefundene Prinzip revolutionierte insbesondere die Straßenbeleuchtung und fand bald weite Verbreitung.

Sehr bald stellte sich die Frage, ob man sich das Phänomen des Glühstrumpfs nicht auch für flüssige Brennstoffe nutzbar machen kann. Um die Jahrhundertwende wurden die ersten Petroleumglühlichtlampen entwickelt, die über Druckvergasung des Petroleums zu zufriedenstellenden Ergebnissen gelangten.
Eine der ersten Starklichtleuchten mit dem Brennstoff Petroleum wurde im Jahre 1910 in Berlin von Max Graetz entwickelt, die weltbekannte PETROMAX. Die Petromax und auch die kleinere GENIOL erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit und werden, wo eine unabhängige Beleuchtung benötigt wird, auch in professionellen Umfeldern eingesetzt.

Funktionsprinzip Petromax Die Petromax-Starklichtlaterne stellt eine kleine Gasanstalt dar. Durch die eingebaute Handluftpumpe wird Luft in den Behälter der Laterne zu dem Petroleum hinzugepumpt, bis im Behälter ein Druck von etwa 2 atü herrscht. Dieser Druck ist notwendig, um beim Betrieb der Laterne genügend viel Petroleum nach oben in den Vergaser und durch die auf dem Vergaser sitzende Düse zu treiben. Im Betriebszustand wird der Vergaser durch die Flamme im Glühkörper dauernd stark erhitzt. Durch diese Hitze verdampft etwa in halber Höhe des Vergasers das bis dahin flüssige Petroleum bei einer Temperatur von etwa 250° C. Das dampfförmige Petroleum geht dann weiter durch die Vergaserschlange und wird weiter erhitzt -technisch gesprochen überhitzt- bis es dann fast mit Schallgeschwindigkeit (300 m/s) aus der winzig kleinen Bohrung der Düse tritt. Nach Austritt aus der Düse dehnt sich das bis dahin stark zusammengepreßte Petroleumgas aus und reißt die zur Verbrennung notwendige Luft aus dem Ringraum im Oberteil der Laterne mit. Die dabei entstehenden Wirbel und Schwingungsstöße und die hohe Geschwindigkeit verursachen das summende Geräusch der Petromax-Laternen. Luft- und Petroleumdampf gelangen oberhalb der Düse mit hoher Geschwindigkeit ins Mischrohr, wo sie durch Wirbelung so durchmischt werden, daß das Petroleumgas unterhalb des Mundstücks im Glühkörper völlig verbrennen kann.
Der Glühkörper besteht aus einem Kunstseidengewebe, das bei der Herstellung mit verschiedenen Salzen imprägniert wurde. Der Glühkörper wird bei der ersten Inbetriebnahme der Laterne abgebrannt, d.h. in Asche verwandelt. Die eben erwähnten Salze geben dem Aschegerüst eine ghewisse Haltbarkeit. Die im Inneren des Glühkörpers brennende nicht leuchtende Blauflamme erhitzt den Glühkörper zur Weißglut und erzeugt dadurch die überraschend hohe Lichtstärke der Petromax-Laterne.
Wie schon erwähnt, verdampft beim Betrieb der Laterne das Petroleum im Vergaser durch die Wärme, die von der Flamme im Glühkörper erzeugt wird. Bei Inbetriebnahme muß zunächst einmal der Vergaser so vorgewärmt werden, daß dieser Kreisprozeß eingeleitet wird. Dies geschieht entweder durch Abbrennen von Spiritus in der Anheizschale oder durch den Rapid-Schnellvorwärmer, der mit Petroleum und Luft aus dem Behälter arbeitet.

Ahnlich wie die Petromax funktionieren auch die Starklichtlampen anderer Hersteller. Die Helligkeit und Sparsamkeit der Starklichtlampen ist unerreicht, das helle Licht strahlt nicht unbedingt Gemütlichkeit aus, ermöglicht aber wirklich gutes Sehen. Gelegentlich wird davor gewarnt, Petroleumglühlampen in geschlossenen Räumen zu verwenden. Diese Warnung bezieht sich ausschließlich auf den, gegenüber anderen Beleuchtungen durch "Flammen", größeren Sauerstoffbedarf der Lampen. Ein Raum der genügend Sauerstoff für einen Holzbrennofen oder Kamin hat, wird jedoch auch genügend Sauerstoff für ein Glühlicht haben.

Besuchen Sie unser Petromax Diskussionsforum.


 

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Petroleumglühlampe Aladdin

Die Aladdinlampe ist eine Kombination aus einer Docht- und einer Glühstrumpflampe.

Dadurch wird eine Helligkeit erreicht, die mit einer Glühbirne von 50-60 Watt vergleichbar ist. Mit einer Nur-Dochtlampe sind solche Werte nicht erreichbar. Im Gegensatz zu den Petroleumstarklichtlampen arbeitet die Aladdin nicht unter Druck und damit völlig geräuschlos. Wer eine möglichst helle Lichtquelle für Wohnräume benötigt, ist mit der Aladdin bestens bedient. Leider ist die Lampe in Deutschland relativ unbekannt, sie stammt aus den USA und hat dort seit Jahrzehnten eine treue Fangemeinde.

Die Lampe ist technisch absolut ausgereift, einfach zu bedienen, sparsam im Verbrauch und spendet ein sehr angenehmes gleichmäßiges Licht.
Ein Schmuckstück für jeden Raum!

Für mehr Details lesen Sie bitte die Bedienungsanleitung

 
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Historischer Lexikonartikel über Petroleumlampen

Aus "Brockhaus' Konversations-Lexikon" Dreizehnter Band, Leipzig 1903
 

"Petroleumlampen, Mineralöllampen, im Gegensatz zu Öllampen (s.d.) diejenigen Lampen, die für die verschiedenen flüchtigen Mineralöle, besonders für Petroleum, konstruiert sind. Bei den P. bedarf es keiner Vorrichtung, die den Brennstoff auf der Höhe der Flamme erhält; die bloße Saugwirkung des Dochtes genügt für diesen Zweck. Die einzelnen Konstruktionen der P. sind auf möglichste Entwicklung der Leuchtkraft durch besondere Gestaltung des Brenners, auf Herabminderung der Explosionsgefahr und der strahlenden Wärme gerichtetet. Die Flamme der P. fordert zur intensiven Lichtentwicklung  einen besonders starken Luftzug; die der Flamme zuzuführende Luft wird in der Regel zur Kühlung des Brenners benutzt. Der Ölbehälter muß hier stets soweit unter dem Brenner liegen, daß eine starke Erhitzung des Öls vermieden wird. Bei P. mit Flachbrenner ist der Brenner mit einer halbkugelförmigen Kappe bedeckt, die in der Mitte mit einer Öffnung von etwas größerer Weite als die Mündung des Dochtrohres versehen ist; unter dieser Kappe mischen sich die Petroleumdämpfe mit Luft, wodurch die Verbrennung befördert und ein Rußen der Flamme verhindert wird. Die Rundbrenner sind Argandbrenner. Für Flachbrenner kommen bauchige Cylinder zur Verwendung, für Rundbrenner solche mit starker Einschnürung; zuweilen wird auch auf einem in der Achsenrichtung des Hohldochtes sich erhebenden Stiel ein horizontales Metallscheibchen (Brandscheibe) angebracht, an dessen unterer Fläche der innere Luftzug sich bricht, so daß die Luft von innen nach außen auf die Flamme stößt. Die Regulierung des Dochtes wird durch den Eingriff von Zahnrädern bewirkt. Die beste Lage für den Ölbehälter ist die im Fuß der P., weil hierdurch die letztere mehr Stabilität erhält und der Behälter keinen Schatten wirft; auch kann die Lampe dann eine gefälligere Form erhalten. Zimmerlampen werden zur Milderung des Lichts mit Kugeln, Glocken oder Kuppeln aus Milchglas oder mattgeschliffenem Glas versehen.

Von neueren Konstruktionen der P. seien folgende erwähnt. Bei dem Brilliantdoppelbrenner von Schuster & Baer in Berlin werden zwei gleichbreite Flachdochte zu einem Cylinder zusammengebogen, und das Brandrohr erhält dem entsprechend zwei einander gegenüberliegende Öffnungen, durch die sich die beiden Dochte oben zu einem Kreis vereinigen. Durch diese Einrichtung ist der bei großen Rundbrennern auftretende Übelstand beseitigt, daß die Lichtstärke nicht in gleichem Verhältnis mit der Größe des Brenners zunimmt. Bei dem Reform-Kosmos-Rundbrenner von Schuster & Baer findet durch den am unteren Teil des Brenners befindlichen durchbrochenen Kasten sowie durch das im Boden des letztern oder im Centrum der Dochthülse befestigte Rohr und die in der Mitte des Brenners angebrachte durchlochte Brandscheibe eine vollkommen isolierte innere Luftzuführung statt. Der Luftzutritt zu  den Außenseiten der Flamme erfolgt hier erst, nachdem die Luft auf ihrem Wege vorgewärmt ist, wodurch die Intensität der Verbrennung wesentlich erhöht wird. Die von derselben Firma konstruierte, mit diesem Brenner versehene hygienische Normallampe vermindert die lästige und schädliche Wärmeausstrahlung. Zu diesem Zweck ist die Petroleumlampe mit einem zweiten Cylinder von größerer Weite ausgestattet. In dem Zwischenraum sammelt sich die von der Flamme erhitzte Luft, worauf sie durch den von unten nach oben gehenden Luftzug gegen die Zimmerdecke geführt wird, während von unten beständig frische Luft nachströmt. Der Mitrailleusenbrenner,  bei dem der Leuchstoff durch ein System von 10 bis 12 runden Volldochten angesaugt wird und die angemessene Verteilung der Luft gleichfalls durch die durchlochte Brandscheibe erfolgt, eignet sich vorzüglich für schwere Petroleumsorten, doch ist der Brennstoffverbrauch ein größerer als bei den gewöhnlichen Brennern. Die Phloxlampe, eine von der Gesellschaft "Phlox" in Berlin hergestellte Rundbrennerlampe, entwickelt vermöge vierfacher Luftzufuhr ein intensives, blendend weißes Licht. Ihr Cylinder besteht aus zwei Teilen: einem die Flamme umgebenden, weitern, ausgebauchten Zugglas und einem in dieses eingehängten, unten trompetenförmig erweiterten Cylinder, der die Verbrennungsgase abführt. Die hohle, siebartig durchlöcherte Brandscheibe führt der Flamme von unten her, durch das Bassin hindurch, Luft zu; zweitens findet Luftzufuhr statt durch das Dochtgehäuse, drittens durch die untere Fläche der Zugglasgalerie und viertens durch die Aufsatzkappe des Zugglases. Außer der hohen Leuchtkraft (eine kleine Tischlampe entwickelt 85-90 Kerzen) besitzt die Phloxlampe den Vorzug, daß man sie nach Belieben klein schrauben kann (bis zu 20 Kerzen), ohne daß sie das weiße Licht verliert oder Geruch entwickelt, wie gewöhnliche P.

Die P. mit Flachbrenner sind namentlich durch die Anwendung mehrerer Flachdochte verbessert worden (Duplex-, Triplexbrenner), die entweder nur eine oder, wie der Kronenbrenner, mehrere Flammen geben. Letzterer besitzt sechs Flachdochte und unter der gewöhnlichen noch eine zweite Kappe, wodurch eine vollständigere Verbrennung und somit größere Leuchtkraft erzielt wird. Bei der Kaiserlampe befindet sich ein Flachbrenner ohne Cylinder in einer Glocke, die unten in einem stumpfen Kegel verläuft, dessen abwärts gerichtete Öffnung der Weite des Brenners entspricht und wie ein Glascylinder auf diesen gestellt werden kann. Durch die zahlreichen Löcher im Boden des Brenners findet ein verstärkter Luftzug statt, während die Flamme gegen seitlichen Luftzug geschützt ist.

Zwei neue Konstruktionen von P. gehen von der Berliner Lampen- und Bronzewarenfabrik vormals C.H.Stobwasser & Co. aus; die als Arbeits- und Studierlampe ausgeführte Sicherheitsschiebelampe ist zum Hoch- und Tiefstellen eingerichtet, entwickelt ein Minimum von strahlender Wärme, ist explosionssicher und verlischt beim Umfallen; die neue Luftzuglampe dieser Firma kann man anzünden, ohne Glocke und Cylinder abzunehmen, und kann sie von unten auslöschen.

Für Fabrikbeleuchtung haben Friemann & Wolf in Zwickau eine Lampe ohne Glocke und Cylinder mit künstlicher Luftzuführung konstruiert.

Ähnlich den Regenerativlampen der Gasbeleuchtung (s.d.) hat man auch Petroleumregenerativlampen (Petroleumglanzlicht, System Schülke, Berlin) eingeführt, in denen das Petroleum in gasförmigem Zustande ohne Docht und Cylinder mit hoher Leuchtkraft verbrennt, und die sich für große Einzelflammen (bis 150 Kerzen) eignen.

Noch größere Einzelflammen (bis 14.000 Kerzen) lassen sich mit den 1886 von Hannay erfundenen Lucigenlampen erzielen, die für Beleuchtung freier Plätze, bei nächtlichen Arbeiten, angewendet werden. Der flüssige Leuchtstoff, zu welchem sich auch hier die schwersten Öle eignen, wird bei den Lucigenlampen durch eine Düse zerstäubt und bildet eine meterlange, frei brennende, nicht rußende Flamme. Die Climaxlampe, das Dürrlicht, die Dotylampe, WellsLicht, Sunlightlampe u.a. sind hierher gehörige Konstruktionen.

Für sehr flüchtige Mineralöle, wie Ligroin, sind besondere Konstruktionen erforderlich. Eine einfache Ligroinlampe besteht aus einem Blechgefäß mit einschraubbarem, gut schließendem Deckel und einem Brandrohr, das von dem massiven Docht vollständig ausgefüllt wird. Das Gefäß enthält ein Stück Badeschwamm, das durch ein Drahtnetz vom Docht getrennt gehalten wird. Beim Gebrauch schraubt man den Deckel ab, gießt Ligroin in die Lampe, bis der Schwamm damit gesättigt ist, und schraubt den Deckel wieder auf, worauf der Docht entzündet werden kann. Die kleine Flamme ist sehr weiß, rußt nicht, verlöscht aber leicht. Für die schwersten Mineralöle eignet sich besonders die Dampfstrahllampe von Hartmann & Lucke, die überall da anzuwenden ist, wo Dampf erzeugt wird. Bei derselben wird ein Dampfstrahl in die Flamme geleitet, der nicht nur den nötigen Sauerstoff zuführt, sondern auch die brennbaren Dämpfe zersetzt, so daß eine energische Verbrennung ohne Rußbildung erzielt wird.

Explosionen kamen früher am häufigsten infolge schlechter Beschaffenheit des Petroleums vor, was jedoch heute durch die strenge Kontrolle des Entflammunspunktes (s.Petroleum) fast ausgeschlossen ist. Zuweilen werden Explosionen durch fehlerhafte Konstruktionen sowie durch einen zu schmalen Docht, der das Brandrohr nicht vollständig ausfüllt, veranlaßt, auch durch schlechte Bedienung der Lampe. Bei Berücksichtigung aller Verhältnisse gewährt jede gute Petroleumlampe hinreichende Sicherheit, doch giebt es auch Konstruktionen, die die Sicherheit erhöhen sollen, z.B. der bei den Schuster & Baerschen Lampen an der Unterseite des Luftkastens angebrachte hydraulische Verschluß. Andere Vorrichtungen erstreben ein gefahrloses Auslöschen der Lampe, oder bewirken selbst das Auslöschen, wenn die Lampe umfällt. Das Petroleumglühlicht (s.Beleuchtung) hat sich noch wenig eingeführt.--Vgl.Gentsch, Die Petroleumlampe (Berl. 1896)."
 



Anmerkungen:
  • Unter Petroleum wurden seinerzeit folgende Fraktionen zusammengefaßt:
  • Siedepunkt Bezeichnung
    70-80° Petroleumäther
    80-100° Petroleumnaphta
    100-120° Ligroin
    120-150° Putzöl
    150-300° Leuchtöl
    > 300° Schmier- / Paraffinöl
     
  • Das im Text erwähnte "Ligroin" (Siedepunkt 100-120°) entspricht in etwa unserem heutigen Benzin.
  • Die am Ende des Artikels genannten Einschränkungen bezüglich der Sicherheit haben heute bei Verwendung des richtigen Brennstoffs keinerlei Bedeutung mehr.

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